Aus ganz verschiedenen Richtungen soll erforscht werden, wie, wann und warum Mütter wegen lesbischer Beziehungen fürchten mussten, dass ihnen ihr Kind bzw. ihre Kinder entzogen werden.

Die Forschung steht noch sehr am Anfang. Für Hinweise sind wir dankbar.

Im Laufe der kommenden Monate werden diese Seiten voller werden. 

Zeitgenössische Stimmen – eine Auswahl

Courage 1980:

»Horror in allen Instanzen: Sorgerecht für lesbische Mütter. Lesbische Mütter werden oft zum Verzicht auf ihre Kinder gezwungen. Die Kindesväter setzen alles daran, die Mutter als schädlich für das Kind hinzustellen.«

Courage 5. Jahrgang (1980), Sonderheft Nr. 9, „Rabenmütter von A-Z“, S. 57


Gruppe lesbischer Mütter, 1983:

»Alleinstehende lesbische Mütter müssen in ständiger Angst davor leben, daß ihnen ihre Kinder weggenommen werden, wenn die Tatsache, daß sie lesbisch sind, öffentlich wird. Ihre Kinder können in Kindergärten, Schulen und von Nachbarn ausgefragt werden […]. Wird das Jugendamt vom ‚um das Wohl des Kindes besorgten‘ Kindergärtnerinnen, Lehrer(inne)n etc. informiert, so wird u.U. überprüft, ob der ‚Lebenswandel‘ der Mutter das ‚sittliche‘ Wohl des Kindes gefährdet. Es besteht die Möglichkeit, daß der Mutter das Sorgerecht entzogen wird. […] Viele von uns leben deshalb zurückgezogen, verstecken die Tatsache, daß sie Frauen lieben, vor Außenstehenden, ja selbst vor ihren Kindern. Lesbische Mütter, die noch verheiratet sind, in Scheidung leben oder geschieden sind, müssen befürchten, daß den Vätern das Sorgerecht für ihre Kinder übertragen wird. […] Selbst Jahre nach der Scheidung ist es den Vätern noch möglich, das Sorgerecht für die Kinder noch zu bekommen, wenn sie angeben, daß ihre Frau Frauen liebt.

Gruppe lesbischer Mütter. In: Lesbenstich 4 (1983), Nr. 3, S. 37-39, hier 38f


Anita Heiliger, 1984:

»Nicht nur die Anzahl alleinerziehender Mütter erhöhte sich in der Bundesrepublik im Laufe der vergangenen Jahre stetig, es gibt auch immer mehr Mütter, die sich dafür entscheiden, Liebesbeziehungen mit Frauen zu leben. [….] Am Beispiel von Sorgerechtsverfahren, in denen die Frage der Homosexualität zum Streitpunkt gerät, wird die vorherrschende Diskrepanz zwischen dem liberalen Anspruch und der konservativen Realität deutlich. In der Bundesrepublik werden allerdings ausgesprochen selten solche Sorgerechtsverfahren bekannt. Alle Beteiligten sind äußerst auf Verschwiegenheit bedacht. «

Anita Heiliger: Immer noch eine Seltenheit: Sorgerecht für lesbische Mütter. In: Psychologie heute, Juli 1984, S. 18


Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Frau Oesterle-Schwerin, Frau Schoppe und der Fraktion DIE GRÜNEN: Homosexualität bei Erziehungspersonen. Drucksache 11/5412 vom 19.10.1989 Anschauen


Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Frau Oesterle-Schwerin, Frau Schoppe und der Fraktion DIE GRÜNEN: Die Bedeutung der sexuellen Orientierung der Eltern im Sorgerecht. Drucksache 11/5413 vom 19.10.1989 Anschauen

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